Wegen Touristen-Flut: Barcelona will die „Rambla“ umgestalten

Die "richtige" Rambla ist die zentrale Einkaufsstraße der Stadt

Mehr als 32 Millionen Touristen walzten im Jahr 2016 durch die Straßen von Barcelona. Die spanische Kulturmetropole ächzt unter den immer weiter zunehmenden Besucherzahlen durch Urlauber aus der ganzen Welt, deshalb wird jetzt laut über die Umgestaltung eines der größten Touristenmagneten nachgedacht – der Rambla.

In Barcelona gibt es mehrere Ramblas, das Wort heißt nämlich übersetzt nichts anderes als „Allee“. Aber gemeint ist hier die „La Rambla“, die große Einkaufs- und Bummelmeile im Herzen der Stadt, auf der man besonders in den Sommermonaten kaum noch einen Schritt vor den anderen setzen kann, ohne auf den Vordermann aufzulaufen. Darauf befinden sich zahlreiche Souvenir-Stände, angrenzend die weltberühmte Markthalle und etliche „menschliche Statuen“, die sich mit ihrer Starre ihre Brötchen verdienen. Die 1,25 Kilometer lange Promenade führt fängt am Placa de Catalunya an und führt bis hinunter ans Meer.

Barcelona-City-Tour-Bus

Für die Stadt und viele Einheimische sind die vielen Touris Segen und Fluch zugleich. Einerseits lassen sie viel Geld in der Stadt, andererseits verstopfen sie die Straßen.

Deshalb denkt man jetzt um. Wie kann man die Rambla so umgestalten, dass auch die Bewohner wieder gerne flanieren gehen?

Janet Sanz, die stellvertretende Bürgermeisterin für Stadtentwicklung, erklärte der Zeitung ‚El Pais‘, „Das Problem ist nicht, dass die Touristen kommen, sondern dass ausschließlich Touristen kommen“.

Barcelona-Markthalle

Ein internationaler Design-Wettbewerb soll die Ideen vieler kreativer Köpfe anziehen, damit im Frühjahr 2019 mit den Arbeiten begonnen werden kann. Ein erster Schritt war das Gesetz, die eingepfärchten Kleintiere, die dort zum Verkauf angeboten wurden, zu verbieten. Auch die Länge der Kioske soll eingeschränkt werden.

Es muss ein guter Mittelweg gefunden werden, die zahlenden Urlauber nicht zu verschrecken, aber gleichzeitig den Anwohnern „ihre“ Rambla zurückzugeben.

Nicht nur die Rambla ist überlaufen, es ist die ganze City, die wie kaum eine andere Metropole am Mittelmeer die Städtetrip-Fans in ihren Bann zieht. Auf 1,6 Millionen Einwohner kommen 32 Millionen Touristen. Deshalb griff man schon mit einem neuen Gesetz (ab 2019) hart durch, das den Bau neuer Unterkünfte und Hotels verbietet. Das gilt so lange, bis die Besucherzahlen auf ein erträgliches Maß gesunken sind.

Bürgermeisterin Ada Colau sagte der Zeitung ‚El Pais‘, „Wenn wir nicht wie Venedig enden wollen, werden wir Beschränkungen in Barcelona einführen müssen. Wir können weiter wachsen, aber ich weiß nicht, wie viel mehr.“

Insgesamt gibt es 75.000 Hotelbetten in Barca, dazu weitere 50.000 Betten in anderen legalen Unterkünften, die z.B. über Airbnb vermittelt werden. Zudem soll es 50.000 illegale Betten geben, die unter der Hand vermietet werden.

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