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Dieser Amazon Gutschein-Fehler geht als geilster Deal in die Geschichte ein

Tausende Kunden legten die Bestellserver lahm und staubten Gratis-Produkte ab

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Amazon Deutschland-Chef Ralf Kleber wird heute Morgen das ein oder andere starke Käffchen mehr brauchen, denn was seine Mitarbeiter verbockt haben, geht wahrscheinlich richtig ins Geld. Durch einen offensichtlichen Gutschein-Fehler konnten sich Kunden in einem gewissen Zeitfenster praktisch unendlich viele Sachen bestellen und bekamen in vielen Fällen jedes Mal 10 Euro Rabatt abgezogen. Klar, dass massig Leute richtig zulangten.

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Seinen Anfang nahm das Unheil, als ein Amazon-Kunde am Mittwochabend (07. Februar) auf Mydealz von seiner Entdeckung berichtete: „Legt ein Spiel bei Amazon in den Einkaufswagen und geht zur Kasse. Es werden dann 10€ abgezogen.“

„Ihr könnt jetzt einfach noch ein anderes Produkt in den Warenkorb legen und das Spiel dann an der Kasse (also im letzten Bestellschritt) wieder entfernen. Die 10€ Rabatt bleiben bestehen!“

Weiter schrieb er, dass dadurch „extrem viele Feebies“ möglich seien und es so oft funktionieren würde, wie man lustig sei. Auch die österreichische Seite Preisjäger.at postete den irren Deal.

Selbstverständlich rückte gleich eine Armee von Schnäppchenjägern an, um auszuprobieren, was eigentlich zu schön klingt, um wahr zu sein.

Sparfüchse bestellen nach Gutscheinfehler Amazon-Lager leer

Und tatsächlich trudelten unter dem Beitrag bald die ersten Erfolgsmeldungen ein. Von Computerspielen über Wäschständer bis hin zu Kaffeebohnen („obwohl ich gar keine Kaffeemühle habe“) bestellten sich die Sparfüchse die Finger wund. Das machte allerdings nur bei Prime Kunden richtig Sinn, denn die zahlen ja ohnehin keine Versandkosten. Auch beschränkte sich der Deal ausschließlich auf durch Amazon verkaufte und versandte Artikel.

Klickt man sich durch die insgesamt 137 Seiten an Kommentaren, dann wird einem klar, dass sich der Versandhausriese selbst einen ausgewachsenen Bock geschossen hat. Viele haben nämlich die Gratis-Gutscheine nicht dazu benutzt, das zu bestellen, was sie gerade wirklich dringend brauchen, z.B. Ersatz für die durchgebrannte Glühbirne in der Küche. Stattdessen wurden teilweise pro Kopf in kürzester Zeit dutzende Artikel geordert, einfach nur um die eigene Kauflust zu befriedigen.

Das konnten dann auch schon mal zehn Gesellschaftsspiele (etliche waren anschließend vergriffen) sein, egal ob man sie wirklich alle spielt oder sie nur im Schrank verschwinden. Geiz ist halt immer noch geil.

Amazon-Gutschein-Fehler

Über den mutmaßlichen Schaden kann man nur spekulieren. Gehen wir von 100.000 Bestellungen zu je 9,99 € aus (der Wert vieler Spiele), dann kämen wir an die Million ran. Selbst wenn einige Leute auch hochpreisigere Artikel mit Zuzahlung bestellt haben, wird wohl unterm Strich ein dickes Minus für Amazon rauskommen.

Kunden spotten über Amazon und freuen sich über Gratis-Artikel

Dabei blieb die Schadenfreude nicht auf der Strecke. Die irre lustigen Kommentare bei MyDealz sind schon fast besser als der Deal selber.

  • „Leute im ERNST: Reichen meine 120 m² wenn die Falcon Heavy am Freitag mit den Bestellungen kommt oder muss das Gartenhaus weg?“
  • „Man, ich kann mich so vollfressen mit dem ganzen Kram, den ich bestellt habe.“
  • „Das arme Schwein, dass das ausbaden darf.“
  • „Meine Freundin darf nie hiervon erfahren, dann denkt sie nämlich ich hab für den Valentinstag tief in die Brieftasche gegriffen.“
  • „Sooooooo, am 09.02. kann DHL wohl mit nem Schwertransporter kommen.“

Manch ein Spaßvogel beglückwünschte noch in der Nacht Microsoft-Gründer Bill Gates dazu wieder reichster Mann der Welt vor Amazon-Boss Jeff Bezos zu sein.

Amazon-Datentraffic-hoch

Zwischenzeitlich waren die Datenzentren des Unternehmens so ausgelastet, dass eine Fehlermeldung gezeigt wurde: „Es tut uns leid, aber der Datentraffic ist gerade ungewöhnlich hoch. Versuchen Sie es in ein paar Minuten erneut.“

Ging dann aber kurze Zeit später wieder und die Gutscheinparty konnte weitergehen, von der nicht wenige Leute annahmen, dass sie in einer Stornoparty enden würde.

Gingen die Bestellungen durch oder wurde storniert?

Das Coole ist ja, dass auch wirklich versendet wird. Ich selbst habe – nennen wir es mal „Testbestellungen“ – getätigt und die wurden ohne Probleme rausgeschickt.

Ein erneuter Blick in die Kommentare bei MyDealz beweist, dass es anderen Leuten genauso geht. Es sieht also ganz danach aus, dass der befürchtete #Stornoporno ausgeblieben ist, auch wenn vereinzelt von Stornierungen zu lesen ist.

Aber hey, die Menschheit ist noch nicht vollständig verloren, so lange es Leute wie diese gibt:

„Gibt so viele Kitas, die sich über Spielzeug freuen. Ich hab auch 17 Bestellungen durchbekommen. Werden alle gestiftet, nur fürs gute Gewissen.“

Von daher hatte die unfreiwillig großzügige Gutschein-Aktion von Amazon, die inzwischen aufgeflogen ist, ja auch was Gutes.

Habt ihr zugeschlagen? Verratet es mir in den Kommentaren.


Update – Inzwischen trudelten eine Hand voll Stornierungen durch ein, die meisten Bestellungen sind jedoch durchgekommen. In den Benachrichtigungen heißt es zu dem Fehler mit den 10 Euro Gutscheinen:

Es tut uns sehr leid, aber aufgrund eines technischen Fehlers wurde Ihnen während des Bestellvorgangs ein falscher Preis angezeigt. Wir mussten Ihre Bestellung daher stornieren.

Selbstverständlich wird Ihnen der Betrag dieser Bestellung nicht in Rechnung gestellt.

Laut unseren AGB kommt der Kaufvertrag über ein Produkt immer erst mit Absenden der Versandbestätigungs-E-Mail zustande. Hilfsweise erklären wir jedoch die Anfechtung wegen Irrtums.

Wir entschuldigen uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten und bitten um Ihr Verständnis.

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3 Kommentare
  1. Mila sagt

    Mein Freund und ich haben tatsächlich auch zugeschlagen. Muss aber dazu sagen, dass es fast nur nützliche Dinge waren. Bis auf ne 1,5 Liter Sekt Flasche. Das konnten wir uns nicht verkneifen. Genauso wenig wie fünf andere Freunde. Wenn sie da sind, wird erstmal auf Amazon angestoßen. Hoffe nur, dass nicht die falschen Köpfe dafür rollen.

    1. Martin sagt

      Hallo Mila! Freut mich, dass ihr auf die Schnelle den Kopf frei hattet, euch für nützliche Sachen zu entscheiden. Ich war da etwas voreiliger und habe auch ein paar Sachen mehr als nötig bestellt. Der Spaß hätte ja in jedem Moment wieder vorbei sein können. Aber da unser USB Stick gerade den
      Geist aufgegeben hatte, kam mir die Aktion gerade recht.

  2. Caroline sagt

    Die ersten drei Pakete der Aktion kamen gerade an. Zum Glück teilen sich Hermes und DHL in die Lieferung rein, da wird es nicht ganz so peinlich bei der Annahme 😉

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