Airport-Chef Dresden: Deutlich mehr Passagiere sind „utopisch“

Der Dresdner Flughafen ist einer Landeshauptstadt nicht würdig. Das ist zumindest meine Meinung. Wirklich attraktive Flugziele muss man mit der Lupe suchen, die Gepäckausgabe scheint schon überfordert zu sein, wenn nur 1-2 Ferienflieger zurückkehren. Jetzt hat sich der Airport-Chef Markus Kopp in der ‚Sächsischen Zeitung‘ der Kritik gestellt.

Wenn man sich die nackten Zahlen von Januar und März dieses Jahres anschaut, könnte man meinen, dass das um 5,7% gestiegene Passagieraufkommen ein Zeichen für den Aufschwung seien. Im März kamen sogar 18% mehr Fluggäste nach Klotzsche. Doch in Wahrheit steckt nicht die Attraktivität des Standortes dahinter, sondern Warnstreiks des Bodenpersonals in Berlin. Dadurch leiteten mehrere Fluggesellschaften (u.a. Easyjet) ihre Flüge auf andere Flughäfen um. Das bescherte Dresden eine sattes Plus.

Airport-Dresden

Ansonsten herrscht Ernüchterung in Dresden. Die Verbindung nach Barcelona, die von der spanischen Airline Vueling durchgeführt wurde, wurde wieder eingestellt. Nicht rentabel genug, trotz guter Resonanz. Auf das Angebot, gegen eine Subvention von 200.000 Euro jährlich die Linie aufrechtzuerhalten, ging die Mitteldeutsche Flughafen AG laut ‚Sächsische Zeitung‚ nicht ein.

Vueling hat sowieso nicht den besten Ruf, und da spreche ich aus Erfahrung. Als ich 2013 mit meiner Freundin nach Katalonien fliegen wollte, wurden die Spanier gleich mal mit einer Umbuchung auffällig. Unser Rückflug wurde einfach vom 09. auf den 11. April verschoben. Nach unserer Stornierung mussten wir auch noch dem Geld hinterlaufen. Einmal und nie wieder! Wir sind dann mit einer kleinen Propellermaschine von Dresden nach Zürich geflogen und von dort aus weiter nach Barcelona. War preislich auch noch günstiger.

Und das Dilemma geht weiter. Ab „Dresden International“ kommt man bald auch ins türkische Dalaman. Kennt ihr nicht? Das ist eine Kleinstadt an der südwestlichen Mittelmeerküste des Landes, die von mehreren Charterfluggesellschaften angeflogen wird. Dabei will aufgrund der politisch instabilen Lage kaum noch jemand seine Ferien in der Türkei verbringen. Die Angst vor Bombenanschlägen oder sonstigen Horrorszenarien ist zu groß. Die Passagierzahlen nach Antalya haben sich halbiert.

„An anderen Flughäfen sind die Gäste auf Ziele wie Mallorca ausgewichen“, so der Flughafenchef Kopp. „Was in der Türkei an Hotel-Qualität angeboten wird, gibt es sonst in kaum einem anderen Urlaubsland.“ Aber was nützt einem das beste Hotel, wenn es – überspitzt gesagt – nach einer Woche Urlaub in die Luft fliegt? „Flyegypt“ wird ab der anstehenden Sommersaison Hurghada ansteuern. Ägypten ist noch so ein Kandidat, zu dem die Passagiere in Zeiten des islamistischen Terrors eher auf Abstand gehen.

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Dresdner Urlauber würden nun lieber mit dem Auto irgendwo hinfahren, als sich in den nächsten Flieger zu setzen. Selbst der Dauerbrenner Mallorca ziehe nicht mehr wie früher, weil die Preise erheblich gestiegen seien.

Air Berlin kündigte vergangenes Jahr an, ab Sommer alle Flugverbindungen nach Mallorca zu streichen. Sparmaßnahmen, obwohl unsere 5-Uhr-30-Flieger meistens voll waren. Germania übernimmt jetzt die Touris in die spanische Ferienhochburg.

Kopp weiter: „Ich hätte auch gern zehn Millionen Passagiere. Aber das ist utopisch. Wo sollen die denn herkommen. Dresden gehört nicht zu dieser Liga, auch wenn wir uns das manchmal wünschen.“

„Schlechtreden“ lassen wolle er sich die vorhandenen Anbindungen aber auch nicht.

Mit 137 Inlands- und 23 Auslandsflügen pro Woche wirbt der Airport. Unter anderem geht es von hier nach Düsseldorf, Frankfurt, München, Köln/Bonn, Stuttgart, Zürich, Amsterdam, Moskau und Basel. Neu hinzugekommen sind Islands Hauptstadt Reykjavic sowie Faro in Portugal.

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