Google AMP & WordPress: Lohnt sich der Umstieg?

Vor ziemlich genau einem Jahr stellte Google sein „Accelerated Mobile Pages Project“, kurz AMP, vor. Der Suchmaschinenriese hat es sich offiziell auf die Fahne geschrieben, das Internet schneller zu machen. Inoffiziell kann man davon ausgehen, dass es auch ein Teil des teuflischen Planes ist, die Leute auf ihrer Seite zu halten. Lange Zeit habe ich die Entscheidung vor mir hergeschoben, meine WordPress-Seiten auf AMP umzurüsten. Warum sollte ich noch eine Dummheit von Google mitmachen, wo ich diesen Konzern doch eigentlich zutiefst verachte? Doch mittlerweile sehe ich viel Potenzial darin.

Zunächst stellte sich für mich die Frage des Umstiegs gar nicht, da sich meine Webseiten durch Werbebanner finanzieren und es in Deutschland nur eine überschaubare Menge an Vermarktern gibt, die AMP-Ads anbieten. Dummerweise war ich vor vielen Jahren auch bei Adsense rausgeflogen, wo man bekanntlich nicht mehr reinkommt, wenn man einmal draußen ist.

Aber durch einen Zufall und auch etwas Glück habe ich es doch geschafft, dass mich Google wieder für sein Programm zugelassen hat. Allerdings möchte ich an dieser Stelle ungern verraten, wie ich das bewerkstelligt habe. Nur so viel, ich hatte dabei freundliche Unterstützung.

Jedenfalls ist dadurch wieder AMP in mein Blickfeld gerückt. Endlich könnte ich meine dann rasend schnellen mobilen Seiten entsprechend vermarkten, dachte ich mir. Also fackelte ich nicht lange und rückte meinen aufgeblähten Responsive Pages an den Leib. Mit WordPress geht das glücklicherweise super einfach, aber das behandle ich in einem separaten Beitrag näher.

Promicabana-AMP

Erste Erfahrungen mit Google AMP – Lohnt sich der Umstieg?

Mit meiner Hauptseite (promicabana.de) bin ich jetzt seit dem 11. März dabei. Allerdings vorerst nur mit den Artikeln, nicht mit der ganzen Seite. Ich handhabe das als eine Art Testballon, um zu sehen, wie sich die Besucherzahlen entwickeln.

Google wirbt natürlich mit den Erfolgsgeschichten. So habe die bekannte ‚Wasington Post‘ einen Anstieg mobiler Suchmaschinen-User um 23% verzeichnet, die nach spätestens 7 Tagen wiederkehren. Auch Plista, das Widgets mit internen Links und Werbung kombiniert, soll einen starken Anstieg der Click Through Rate (CTR) auf AMP-Seiten festgestellt haben.

Aber nun zur Realität. Viele Webmaster beklagen sich, dass zum Beispiel die Absprungrate enorm gestiegen ist. Das kann ich so bestätigen. Meistens habe ich auf den AMP-optimierten Seiten eine Bounce Rate von über 90%. Das ist auf den ersten Blick richtig mies, obwohl ich genügend interne Verlinkungen habe. Unter dem Content habe ich zusätzlich noch 5 Related Posts.

Der Pferdefuß ist, dass die Leute durch AMP-Artikel „swipen“ können. Taucht eine Meldung z.B. im News-Karussell auf, dann kann man mit einem Wisch zur Meldung der nächsten Newsquelle switchen. Auch kann man die Seite einfach mit einem Klick aufs „X“ schließen und ist direkt wieder in der Suche. Natürlich ist das toll für den Suchenden, aber blöd für den Webmaster. Man will tunlichst vermeiden, dass einem die Leute gleich wieder abspringen, auch wenn das nicht immer etwas Negatives bedeuten muss, weil ihre Suchintention vielleicht einfach befriedigt wurde.

Was ich aber betonen muss, ist, dass ich die grottige Absprungrate nicht als negativ sehe, da die AMP-Seiten im allgemeinen sehr oft angeklickt werden.

MartinMcFly-AMP

Schon am ersten Tag ging AMP ab wie ein Zäpfchen

Verblüffend finde ich, dass ich bereits am Tag der Implementierung mehr als 1.200 Klicks auf AMP-Versionen meiner Artikel bekam. Am zweiten waren es schon über 3.000! Aktuell sind keine Woche nach dem Einbau rund 14.000 von etwa 36.600 Artikeln im Index. Ein super Wert. Wenn schon jetzt so viele Leute auf die Artikel mit dem kleinen Blitz klicken, wie muss das erst sein, wenn dann die meisten meiner Seiten indiziert worden sind? Das werde ich dann in einigen Wochen oder Monaten sehen.

Cool ist, dass oft sowohl die normale URL als auch die AMP-Variante gleichzeitig in der Liveansicht von Google Analytics auftauchen. Als würden sich die beiden Sachen gegenseitig „befruchten“, keine Ahnung wie ich das anders ausdrücken soll.

Momentan sieht es so aus, dass ich die Verluste, die ich durch die neue Bildersuche erleiden musste, durch den Einbau von AMP kompensieren kann. Aber Genaueres wird auch erst ein Langzeittest zeigen.

Gibt es einen Rankingvorteil durch AMP?

Glaubt man Google, dann gibt es aktuell durch das Umsatteln auf AMP keinen Ranking-Vorteil oder irgendeine Art von Boost. Allerdings ist die Geschwindigkeit bzw. Ladezeit von Seiten ein Rankingfaktor, dadurch haben die pfeilschnellen AMP-Seiten von Natur aus einen Heimvorteil. Und das Blitz-Symbol lädt zusätzlich zum Klick ein, Menschen sind einfach gestrickt.

In der Folge könnte die Internetseite als Ganzes in der Sichtbarkeit steigen.

Zwischenfazit: Keine Woche nach dem Umstieg auf Googles AMP werden schon erste Erfolge sichtbar. Zur Monetarisierung nutze ich den DFP-Server mit Google-Anzeigen. Noch dazu sehen gut optimierte AMP-Seiten ziemlich ansprechend aus, wovon ich immer ein großer Fan bin.

Wer experimentierfreudig ist, der sollte sich nicht davor scheuen, AMP zu testen!

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