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AMP oder nicht AMP, das ist hier die Frage

Ampproject.org
Google-AMP
Ampproject.org

Im Moment ist wieder so eine Zeit, in der man sich als Webmaster die Frage stellen muss, ob man sich Google wie eine billige Straßendirne auf den Schoß wirft oder ob man sich emanzipiert von der Suchmaschine löst. Der Internetriese hat vor Kurzem sein Projekt „AMP“ gestartet, mit dem er das Internet revolutionieren und vor allem schneller machen will. An sich eine gute Idee, wären da nicht einige erhebliche Nachteile.

Das „Accelerated Mobile Pages Project“ soll Internetseiten rasend schnell machen. Wenn man solche Seiten ansurft, merkt man, dass das nicht nur ein leeres Werbeversprechen ist. Blitzschnell ist die Seite aufgebaut. T-Online, Gala, Promiflash, Stern und andere große Outlets ziehen schon seit dem Launch im Februar 2016 mit, präsentieren ihren Lesern immens abgespeckte Web-Präsenzen. Im Gegenzug lockt Google mit prominenten Positionen im News-Kasten auf der Startseite. Später soll der Rankingvorteil auf den gesamten Index ausgeweitet werden.

Im Grunde genommen finde ich es eine noble Geste, Leuten mit wenig Datenvolumen unter die Arme zu greifen, doch muss man wirklich jede „Schnapsidee“ von Google mitmachen? Die Nachteile von AMP sind zum Beispiel u.U. geringere Werbeeinnahmen, da nur wenig Werbeanbieter bislang zugelassen sind. Der hauseigene Dienst Google Adsense gehört natürlich seit Beginn dazu, ist ja klar. Außerdem ist ein Einbruch der Page Impressions pro Nutzer nicht ausgeschlossen, da die Leute praktisch auf Google gehalten werden bzw. blitzschnell mit einem Buttonklick wieder in der Suche landen. News finden, lesen, wieder verschwinden. Nicht immer Sinn der Sache, wenn man seinen Lebensunterhalt verdienen muss. Ein paar Klicks mehr sind immer wünschenswert.

Und dann gibt es ja noch die Sache mit der Implementierung. Für WordPress gibt es zwar Plugins, die die Umstellung erleichtern sollen, dann sieht die Seite aber nach Einheitsbrei aus. Das Einzigartige an einem Design geht verloren, wenn man nicht die nötigen Skills hat, um selbst Anpassungen vorzunehmen. Die meisten Skripte sind sowieso nicht erlaubt, um dem AMP-Projekt gerecht zu werden. Alles ist rein auf Speed ausgelegt.

Ich für meinen Fall werde die Sache erstmal weiter beobachten, um zu sehen, wie sich das entwickelt. Google hat meiner Meinung nach schon zu viel Einfluss in unserem Leben. Google Mail zum Mails checken, Analytics für die Statistiken und nicht zu vergessen die Google-Suche, die von den meisten Leuten schon reflexartig aufgerufen wird, obwohl es mit Bing eine vernünftige Alternative gibt. Die ständigen Algorithmusänderungen (Panda, Pinguin, Mobilegeddon), die uns Webmaster immer weiter in den Würgegriff nehmen, tun ihr Übriges.

Wer es trotzdem mit AMP probieren will, dem seien diese Plugins für WordPress empfohlen:

Geschrieben von Martin

Blogger aus Leidenschaft. Baumliebhaber. Sonnenanbeter. Mallorca-Liebhaber.

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