Adsense Konto gesperrt: Wie kommt man wieder rein?

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Google-Adsense
Sitzt man einmal in der Google-Falle kommt man kaum wieder raus

Wenn man in der Google Suche „Adsense Konto gesperrt“ eingibt, dann zeigt es einem ganze 11.000 Ergebnisse an. Es ist bei Weitem kein Einzelfall, dass Accounts von Google gesperrt werden. Was kann man also als betroffener Webseitenbetreiber tun, um wieder am Programm teilnehmen zu können?

Die Frage ist schnell beantwortet. Nichts. In der Regel kommt man nicht wieder rein, wenn man bewusst oder unbewusst gegen die Adsense-Richtlinien verstoßen hat. Google ist in diesen Fällen sehr strikt in der Regelauslegung, um die Werbetreibenden vor Klickbetrug zu schützen. Nachtragend sind die Amerikaner außerdem.

Google nimmt ungültige Klickaktivitäten und Richtlinienverstöße sehr ernst, da uns der Schutz unserer Nutzer, Publisher und Werbetreibenden wichtig ist. Wenn Richtlinienverstöße oder ungültige Aktivitäten erkannt werden, benachrichtigen wir in der Regel die betroffenen Publisher und ergreifen entsprechende Maßnahmen bezüglich der Website. Gelegentlich kann es aber auch erforderlich sein, bei solchen Vorkommnissen das gesamte Konto zu sperren oder zu deaktivieren.

Ich spreche aus Erfahrung. Vor inzwischen vier Jahren hat mir Google aufgrund eines dummen Anfängerfehlers (auf den ich hier nicht weiter eingehen werde) den Account deaktiviert. Seitdem habe ich unzählige Anträge auf Wiederaufnahme gestellt. Ich habe per Kontaktformular ausführlich meine Sicht der Dinge dargelegt. Ich habe erläutert, was sich in den ganzen Jahren auf meiner Seite getan hat. Ich habe förmlich um Vergebung gebettelt. Doch nichts da. Die größte Suchmaschine der Welt lässt sich nicht dazu bewegen, den Rückwärtsgang in seiner Entscheidung einzulegen.

Natürlich kann man Einspruch erheben, wenn man mit der Sperrung seines Adsense Kontos aus welchen Grund auch immer nicht einverstanden ist. Zudem hat man bei leichten Verstößen 30 Tage Zeit, in denen man ggf. den Sperrgrund beseitigen kann. Sollten triftigere Gründe zur Sperrung geführt haben, dann kann man Letzteres jedoch abhaken. Adios, Adsense-Konto. Verabschiedet euch schon einmal von dem Gedanken ans schnelle Geld.

Dollarnoten
Manuel De La Pena/freeimages.com

Welche Gründe können zum Rausschmiss bei Google Adsense führen?

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Publisher bei Google in Ungnade gefallen sein kann. In der Adsense-Hilfe ist der ganze Katalog aufgelistet. Das sind die drei Hauptgründe für einen Rausschmiss…

Ungültige Klicks und Impressionen – das bedeutet, man hat eventuell selbst auf die Anzeigen geklickt oder Maßnahmen ergriffen hat, um die Impressionen bzw. Klicks künstlich zu pushen. Wenn also plötzlich 10.000 Leute auf eine Seite gehen, auf der sich sonst nur 1.000 User herumtreiben, dann könnte Google misstrauisch werden. Blöd nur, dass man durch SEO-Maßnahmen, gutem Content oder andere Sachen durchaus urplötzlich solche guten Tage haben kann. Ob Google mittlerweile dazugelernt hat und künstlichen von echtem Traffic unterscheiden kann, entzieht sich meiner Kenntnis.

Aufforderung zu Klicks – selbsterklärend. Man hat andere aktiv dazu aufgefordert, auf Werbeanzeigen zu klicken. Das ist natürlich Betrug und wird (zu Recht) ganz schnell von Adsense geahndet. Dazu zählt kurioserweise auch, Anzeigen direkt neben Bildern zu platzieren. Also besser bei der Wahl des Plätzchens im Blog gut aufpassen.

Verstoß gegen die Contentrichtlinien – wer Anzeigen auf Seiten mit Pornografie oder Gewaltaufrufen einbindet, braucht sich nicht darüber zu wundern, wenn er bald Post von Tante Google bekommt. Blogs oder Websites, auf denen Leute gemobbt oder diskriminiert werden, sind ebenfalls tabu. Ebenso verpönt sind urheberrechtlich geschütztes Material, drogenbezogener sowie gesundheitsbezogener (z.B. Medikamente) Content.

Neuanmeldung möglich?

Wahrscheinlich werdet ihr euch jetzt denken: „Gut, eröffne ich eben einfach einen neuen Account!“ Vergesst es. Ich habs probiert. Neue Seite vom selben Betreiber? Keine Chance. Das Google-System ist so ausgefeilt, dass sämtliche Versuche im Sande verlaufen.

Alternativen zu Adsense

Wessen Account von Google endgültig gesperrt wurde, der muss sich nach Alternativen umschauen, wenn er mit seiner Seite weiterhin Geld verdienen will. Ich kann euch gleich den Zahn ziehen, dass es eine einfache Kiste wird. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass kein Werbenetzwerk an die Klickpreise von Adsense herankommt.

Adscale zum Beispiel ist einer der größten Anbieter, doch die Umsätze kann man mehr oder weniger vergessen. Meist wird per TKP (Tausender-Kontakt-Preis) abgerechnet und das sehr mies. Man legt seine Mindestpreise für 1000 Einblendungen oder pro Klick fest – beispielsweise 1 Euro – und bietet seine Werbeflächen auf dem Marktplatz an. Pokert man zu hoch, bucht einfach gar keiner was. Lächerliche TKP-Preise von 20-50 Cent, wenn überhaupt, sind keine Seltenheit. Will man richtig was verdienen, muss man schon ein hohes Besucheraufkommen bieten können. So zumindest meine Erfahrung. Deshalb habe ich schnell wieder Abstand genommen.

Eine weitere Alternative ist Adtiger. Auch hier sind die TKPs eigentlich nicht der Rede wert, doch mit entsprechendem Traffic kann man wenigstens das Geld für den Webspace oder die Servermiete wieder reinholen.

Richtig Geld verdienen lässt sich mit den Standardwerbeformen (300×250, 720×90, 160×600) jedoch bei den Wenigsten. Nervige Werbeformen wie Interstitials, Layer und Popup/Popunder bringen da schon viel mehr. Wenn man diese nutzt, sollte man sich bewusst sein, dass man unter Umständen seine Leser vergrault. Und wenn es ganz blöd kommt, dann fällt man bei allzu exzessivem Einsatz dieser Werbeformen noch irgendeinem dummen Google-Filter zum Opfer. Dann hat man nicht nur keinen Adsense-Account mehr, sondern auch kein Ranking. Drauf ankommen lassen würde ich es nicht.

Plista ist wunderbar dazu geeignet, seine Seite zu monetarisieren.  Insbesondere verdient man Kohle mit Empfehlungen unterhalb des Artikels. Dort mischen sich Werbeanzeigen mit internen Links. Funktioniert prima. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Formate.

Mit Affiliate-Marketing habe ich weniger Erfahrung. Man bindet zum Beispiel einen Amazon-Banner mit Ref-Link ein und verdient einen bestimmten Prozentsatz pro erfolgreichem Verkauf mit. Es soll Leute geben, die damit einen guten Zusatzverdienst haben.

Exklusiv-Vermarktung bei genügend Traffic

Ich für meinen Teil setze auf eine verlässlichere Bank und lasse meine Hauptseite mittlerweile von einem professionellen Vermarkter vermarkten. Der Nachteil ist, dass man an einen Vertrag gebunden ist, der in der Regel eine Laufzeit von mindestens 12 Monaten hat. Dafür braucht man sich um die Finanzierung seiner Seite keine Gedanken mehr zu machen, weil ab sofort Profis die Sache für einen übernehmen. Vermarktet werden zumeist Seiten, die ein größeres Volumen an Page Impressions aufweisen können.

Bekannte Anbieter sind z.B. Netzathleten Media (dort bin ich), Yahoo (ehemals Media Group One, dort war ich) und Mode Media (ehemals Glam), die Webseiten mit geringem Traffic in vertikalen Netzwerken zusammenfassen. Gebündelt finden dann auch diese Abnehmer für ihre Werbeplätze. Adtiger bietet ebenfalls eine Exklusiv-Vermarktung.

Tipp: Vor Vertragsabschluss darauf achten, dass der Share 60% oder höher beträgt. Das bedeutet, dass du selbst 60% der Erlöse behalten kannst, der Vermarkter behält sich für seine Dienste den Rest.

Gern beantworte ich eure Fragen zu dem Thema im Kommentarbereich. Happy Blogging!

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